Erweiterung GZO

Durch die Erweiterung der Lehrzeit für EFZ-Berufe auf 4 Jahre wird es in Zukunft auch mehr überbetriebliche Kurstage geben. Die suissetec und deren Sektionen sind nun an der Umsetzung der neuen BiVo 2020. Im GZO werden seit Sommer 2020 die ersten Kurse nach der erfolgten Revision durchgeführt.

Bereits vor drei Jahren hat eine Kapazitätsplanung mit der neuen Ausgangslage (neu vorgegebene üK-Tage) ergeben, dass das GZO die bestehenden Werkstätten nachrüsten und um eine Werkstatt erweitern muss, um die Kapazität über alle vier Jahre gewährleisten zu können. Die Strukturen und Organisation im GZO wurden bereits in den vergangenen Jahren auf die kommenden Veränderungen ausgelegt. Der Reorganisationsprozess wurde im Sommer 2020 auf dem Papier abgeschlossen.

Die Stiftung GZO Gebäudetechnik Zentrum Ostschweiz führt die überbetrieblichen Kurse für die Gebäudetechnikbranche in den eigenen und gemieteten Räumlichkeiten an der Walenbüchelstrasse 1/3 in St. Gallen durch. Dies seit mittlerweile 31 Jahren. Neben dem Kernauftrag führt das GZO die Qualifikationsverfahren durch und bietet Weiterbildungen sowie Kurse mit Bezug zu unserer Branche an. Seit 31. Juli 2020 tritt die Stiftung unter dem neuen Namen GZO Gebäudetechnik Zentrum Ostschweiz auf (ehemals Ausbildungszentrum AZSSH). Das GZO ist der üK-Ausbildungsort für Lernende aus 4 Kantonen und 4 angeschlossenen Sektionen der suissetec. Dabei handelt es sich um die Sektionen suissetec St. Gallen, suissetec thurgau, suissetec Appenzellischer GTV und suissetec Sargans, Werdenberg und Liechtenstein

Im Gebäudetechnik Zentrum Ostschweiz werden folgende Berufe ausgebildet:

  • Haustechnikpraktiker/in EBA (alle Fachrichtungen)
  • Gebäudetechnikplaner/in EFZ (alle Fachrichtungen)
  • Spengler/in EFZ
  • Sanitärinstallateur/in EFZ
  • Heizungsinstallateur/in EFZ

Das Gebäudetechnik Zentrum Ostschweiz hat eine üK-Leistungsvereinbarung mit dem Kanton
St. Gallen. Diese regelt die Organisation und Durchführung der Kurse. Für die operative, strategische und finanzielle Führung ist das GZO verantwortlich. Für die Überwachung der Lernenden-Ausbildung setzen wir vier Kurskommissionen (BBK) nach den jeweiligen Berufen ein. Diese orientieren sich an den Reglementen und den gültigen Bildungsverordnungen. Massgebend für die Umsetzung des üK-Auftrages sind die im Bildungsplan definierten qualitativen und quantitativen Ziele. Die Ausbildungsqualität und die Leidenschaft für unsere Berufe stehen dabei immer an erster Stelle.

Unsere Region, die sich als Randregion zum angrenzenden Ausland sieht, steht zunehmend im wirtschaftlichen Wettbewerb mit dem Ausland. Mit sehr gut ausgebildeten Gebäudetechnikern können wir den nicht immer verhältnismässigen Wettbewerbsbedingungen entgegenwirken. Dies bedingt aber, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt, vor allem in Bezug auf qualifizierten Nachwuchs, in den nächsten Jahren nicht noch mehr verschärft. Folglich ist die Ausbildung des Berufsnachwuchses in den Randregionen ein entscheidender Faktor für uns. Dazu braucht es dezentrale Kompetenzzentren in den Regionen (vor Ort) bei unseren Mitgliedern. Das Gebäudetechnik Zentrum Ostschweiz hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Die angeschlossenen Sektionen identifizieren sich mit dem GZO sowie der damit verbundenen Strategie und Philosophie im Sinne unserer Berufe. Die Ausbildung von Lernenden vor Ort in der Ostschweiz ist allen ein grosses Anliegen.

Die neuen Bildungsverordnungen sind am 1. Januar 2020 in Kraft getreten. Durch die Erweiterung der Lehrzeit für EFZ-Berufe auf 4 Jahre wird es in Zukunft auch mehr überbetriebliche Kurstage geben. Die suissetec und deren Sektionen sind nun kontinuierlich an der Planung und Vorbereitung der Bildungsreform 2020. Parallel dazu werden im GZO die ersten Kurse nach neuer BiVo umgesetzt.

Das GZO ist Miteigentümerin der Liegenschaft an der Walenbüchelstrasse 1/3 in St. Gallen. Durch die Miete weiterer Räumlichkeiten kann der Bedarf einfach erweitert werden. Entsprechend entfallen die Kosten für einen Erweiterungs- oder Neubau und die Aus- und Umbaukosten der bestehenden Räumlichkeiten sowie die Neuanschaffungen von Ausbildungsmaterial (Modelle, Werkbänke etc.) reduzieren sich. Investitionen in Neuanschaffungen und in die bestehenden Werkstätten im Zusammenhang mit der neuen BiVo wurden zum Teil bereits getätigt.

Im Zentrum steht dabei die neue Werkstatt. Der Projektstart ist auf Ende 2021 geplant und sollte bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Es soll eine «Hybrid»-Werkstatt entstehen, die für alle handwerklichen Berufe eingesetzt werden kann. So können dort die neu geschaffenen Solarkurse durchgeführt und gleichzeitig die Spitzen in den anderen Werkstätten gebrochen werden. Neben der Werkstatt sind ein zusätzlicher Schulungsraum und ein Materiallager auf der neuen Fläche im Erdgeschoss geplant. Weiter wird im Gebäude ein neuer Garderobenbereich entstehen. In den bestehenden Werkstätten werden Anpassungsarbeiten durchgeführt und das Inventar erneuert sowie erweitert.

Die Erweiterung umfasst:

  • 1 Werkstatt
  • 1 Schulungsraum
  • Lagerfläche
  • Büro für Lehrer
  • Labor Heizung
  • Neue Garderobe
  • weitere Schulungsräume im Gebäude (mind.2)

Werkstatt
Die neue Werkstatt soll sämtlichen Berufen zur Verfügung stehen und «hybrid» sein. Die Werkbänke und sämtliche Maschinen stehen auf Rollen. So kann die Werkstatt optimal genutzt und auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden. Im Zentrum dieser Werkstatt steht zudem die Infrastruktur für die zukünftigen interkantonalen überbetrieblichen Kurse. Hierbei spielt der Solarteil eine wichtige Rolle. Die dafür benötigten grösseren Modelle sollen fix montiert werden. Dank einer Raumhöhe von über vier Metern kann dort unter «realistischen» Bedingungen an den Modellen gearbeitet werden.

Schulungsraum, Lager, Büro und Garderoben
Durch die höhere Auslastung braucht es einen zusätzlichen kleinen Schulungsraum in Verbindung mit der Werkstatt. Die neuen Modelle der einzelnen Fachrichtungen brauchen zusätzlichen Lagerplatz. Das Lehrer-Büro entsteht im Zusammenhang mit der neuen Werkstatt, die auf einem neuen Stockwerk der Liegenschaft entsteht.

Bestehende Werkstätten
Es braucht kleine Anpassungsarbeiten an der bestehenden Infrastruktur und zum Teil neue Einrichtungen bzw. Maschinen. Zudem müssen gewisse Arbeitsbereiche auf die neue Ausgangslage angepasst und Werkzeuge ersetzt, ergänzt oder erweitert werden. So entstehen auch in diesen Werkstätten neue Modelle und Arbeitsvorrichtungen.

Bereits vor drei Jahren hat eine Kapazitätsplanung mit der neuen Ausgangslage (neu vorgegebene üK-Tage) ergeben, dass das GZO die bestehenden Werkstätten nachrüsten und um eine Werkstatt erweitern muss, um die Kapazität über alle vier Jahre gewährleisten zu können. Unabhängig von der Lehrdauer fallen alle Kurstage in einem Schuljahr an.

Die Bildungsreform hat Auswirkungen auf die Struktur sowie die Personalentwicklung und bringt räumliche, betriebliche sowie finanzielle Konsequenzen mit sich. Die Strukturen und Organisation im GZO wurden bereits in den vergangenen Jahren auf die kommenden Veränderungen ausgelegt. Der Reorganisationsprozess wurde im Sommer 2020 auf dem Papier abgeschlossen.

Auswirkungen der BiVo 2020 auf die Kurstage:

Spengler/in EFZ
bisher 36 T.      neu 51 T.        = +15 T.

Sanitärinstallateur/in EFZ
bisher 32 T.      neu 49 T.        = +17 T.

Heizungsinstallateur/in EFZ
bisher 36 T.      neu 51 T.        = +15 T.

Im Bereich der interkantonalen üK kommt es zu einer Zusammenarbeit mit der Sektion Thurgau. Dies trägt auch zu einer optimalen Kapazitätserweiterung bei. Sämtliche Kurse sollen in Zukunft am Standort in St. Gallen durchgeführt werden.

Auswirkungen der BiVo 2020 auf die üK-Auslastung des GZO:

Spengler/in EFZ
107 T.                 27 W.           +  30 T.

Sanitärinstallateur/in EFZ
243 T.                 60 W.           +100 T.

Heizungsinstallateur/in EFZ
188 T.                 47 W.           +  66 T.

Total
538 T.               134 W.           +196 T.

Die Aufschlüsselung der künftigen Kurstage ergibt eine durchschnittliche Belegung der 4 Werkstätten von 33 Kalenderwochen. Dies ohne Haustechnikpraktiker-Kurse, weitere Kurse (Fremdvermietung) und Schulferien (Sommer und Weihnachten). Bei den Haustechnikpraktikern zeigt sich zudem eine Zunahme bei den Lernendenzahlen und die Revision der EBA-Berufe steht in den nächsten Jahren auch an.

Neben einer neuen Werkstatt muss in den bestehenden Werkstätten die Infrastruktur angepasst und in die Einrichtung investiert werden. So entsteht auch eine ausreichende Kapazität für die interkantonalen üK mit den Lernenden aus dem Kanton Thurgau (Sanitär- und Heizungsinstallateure EFZ).

Es sollen gemäss Kostenschätzungen ca. CHF 900’000.00 in die Erweiterung des Gebäudetechnik Zentrum Ostschweiz investiert werden.

Die Kosten werden getragen durch:

  • GZO Gebäudetechnik Zentrum Ostschweiz
  • Einmaliger Sonderbeitrag suissetec «Zentral»
  • Beitrag suissetec St. Gallen und weitere Träger-Sektionen
  • PK im Bereich Weiterbildung

Neben den einmaligen Investitionen stehen die jährlich wiederkehrenden Kosten der Bildungsreform im Raum. Diese waren im Vorfeld und sind auch zum heutigen Zeitpunkt nur schwer zu erfassen. Mehr Kurstage führen zu mehr Personal-, Infrastruktur- und Materialkosten. Durch gezielte Rückstellungen in den vergangenen Jahren in Bezug auf die neue Bildungsverordnung versucht unsere suissetec Sektion, die Mitgliederbeiträge in den kommenden ersten Jahren der neuen Reform zu halten. Mittelfristig wird eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge infolge steigender üK-Kosten unumgänglich sein. Wir hoffen hier auf eine moderate Erhöhung für die Mitglieder.

In diesem Zusammenhang ist ein gutes Zusammenspiel zwischen dem GZO und den angeschlossenen suissetec Sektionen, die Grundlage für ausgeglichene Mitgliederbeiträge.

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